Notfallsystem für den Massenanfall Verletzter und Erkrankter (MANV)

 

Das Notfallsystem findet bei einem Massenanfall von Verletzten, kontaminierten Personen und Erkrankten (MANV) Anwendung und regelt die notfallmedizinischen Maßnahmen für den gesamten Kreis Gütersloh sowie bei der überregionalen / landesweiten Hilfeleistung. Die Maßnahmen sind in drei Alarmstufen für den regionalen Einsatz unterteilt oder werden spezifisch von der übergeordneten Ebene nach den Landeskonzepten NRW angefordert. Kriterium für die Feststellung eines MANV ist, ob das Schadensereignis mit Kräften und Mitteln des im Kreis Gütersloh zur Verfügung stehenden Rettungsdienstes zu bewältigen ist oder ob zur Bewältigung der Lage zusätzliche Einheiten (Module) hinzugezogen werden müssen.

Der Regelrettungsdienst im Kreis Gütersloh ist erfahrungsgemäß in der Lage, Einsätze mit bis zu 4 Verletzten unter normalen Umständen eigenständig abzuarbeiten. Darüber hinaus muss bei einem Massenanfall von Verletzten und Erkrankten die Regelversorgung im Kreisgebiet erhalten bleiben. Aus diesem Grund können zur Verstärkung und Ergänzung des Rettungsdienstes nicht nur überregionale Hilfskomponenten, sondern auch Einsatzkräfte und Einsatzmittel der hier ansässigen Hilfsorganisationen, des THW und der Feuerwehren die Module MANV S, PTZ 10, Patientenablage, Behandlungsplatz Bereitschaft 50, Betreuungsdienst, Betreuungsplatz- Bereitschaft 500, Rettungshunde, Wasserrettung, Versorgung/Logistik, ABC MessZug, Dekon P und V-Dekon herangezogen werden.

Darüber hinaus wurde aus den Erfahrungen der letzten Jahre die Verstärkung und Ergänzung des Rettungsdienstes modular strukturiert, damit eine möglichst effektive Zuführung von Einsatzmitteln und –kräften ermöglicht wird. Die Module werden zur Behandlung, Betreuung, Unterstützung und den Transport von Verletzten, Erkrankten und betreuungspflichtigen Personen eingesetzt. Des Weiteren unterstützen sie durch technische und logistische Hilfeleistung. Sie sind als einzelne Module alarmierbar, das vorhandene Personal und die Einsatzmittel sind nicht doppelt verplant und können somit im Rahmen der überörtlichen / auswärtigen vorgeplanten und spontanen Hilfeleistung auch den Nachbarkreisen, landesweit nach NRWKonzepten zur Verfügung gestellt werden. Neben dem LNA – System (Leitender Notarzt) ist im Kreis Gütersloh jederzeit ein OrgL (Organisatorische Leiter Rettungsdienst) verfügbar.

 

MANV1

 

Alarmstufen

 

MANV 10

 

5 – 10 Verletzte

 

Alarmierung:

LNA, OrgL, nicht verfügbare Rettungsmittel durch Ü-MANV-S auffüllen, Modul MANV-S, PAL Stufe 10,

Feuerwehr, Kreisbrandmeister, Pressesprecher KFV

Information:

  • Bezirksregierung Detmold (Sofortmeldung)
  • Abteilung Ordnung / Die kreisinterne Information des Landrates und des Fachbereichsleiters 2.0 erfolgt unverzüglich über die Abteilung Ordnung.
  • Pressestelle des Kreises Gütersloh

 

MANV 20

 

11 – 20 Verletzte

 

Alarmierung:

LNA, OrgL, Ü-MANV-S, Modul MANV-S, PAL Stufe 20 , PTZ 10, BT 50, Feuerwehr, Kreisbrandmeister,

Pressesprecher KFV,

bei Bedarf

IuK, ELW2, PASt.

Information:

  • Bezirksregierung Detmold (Sofortmeldung)
  • Abteilung Ordnung / Die kreisinterne Information des Landrates und des Fachbereichsleiters 2.0 erfolgt unverzüglich über die Abteilung Ordnung.
  • Pressestelle des Kreises Gütersloh

 

MANV 50

 

über 20 Verletzte

 

Alarmierung:

LNA, OrgL, Ü-MANV-S, Modul MANV-S, PAL Stufe 50, ELW2, PTZ-10 Kreis Gütersloh, 3x PTZ-10 (Ü)

NRW, 1x BHP-B 50 (Ü) NRW, Modul Betreuung 200, Feuerwehr, IuK, Kreisbrandmeister,

Pressesprecher KFV, PASt.,

bei Bedarf

Versorgung/Logistik,

Information:

  • Bezirksregierung Detmold (Sofortmeldung)
  • Abteilung Ordnung / Die kreisinterne Information des Landrates und des Fachbereichsleiters 2.0 erfolgt unverzüglich über die Abteilung Ordnung.
  • Falls erforderlich Krisenstab des Kreises Gütersloh
  • Pressestelle des Kreises Gütersloh